Was sind Angebots- und Nachfragezonen im Handel?
Angebotszonen sind Preisbereiche, in denen Verkaufsdruck zuvor den Kaufdruck überwältigte und den Preis scharf fallen ließ. Nachfragezonen sind Bereiche, in denen Kaufdruck den Verkauf überwältigte und eine scharfe Rallye verursachte. Sie stellen unerfüllte institutionelle Orders dar.
Wie es funktioniert
Angebots- und Nachfragezonen sind ähnlich wie Support und Resistance, haben aber einen wichtigen Unterschied: Sie werden durch die Aggressivität der Bewegung aus der Zone heraus identifiziert, nicht nur durch die Häufigkeit, mit der der Preis abgeprallt ist. Eine gültige Nachfragezone zeigt typischerweise eine Konsolidierungs- oder Basisbildungsphase, gefolgt von einer impulsiven Aufwärtsbewegung aus der Zone heraus mit einer klaren 'Abgangskerze', die die Bewegung initiierte. Die Zone wird vom Boden der Konsolidierung bis zum Beginn des Impulses gezeichnet. Wenn der Preis zu einer Nachfragezone zurückkehrt, ist die Theorie, dass verbleibende unerfüllte Kauforders aus der ursprünglichen Bewegung ausgelöst werden können, was einen weiteren Abprall verursacht. Angebotszonen funktionieren auf dieselbe Weise in umgekehrter Richtung: unerfüllte Verkaufsorders verursachen eine Ablehnung, wenn der Preis sie erneut besucht.
Warum es wichtig ist
Angebots- und Nachfragezonen sind umsetzbarer als breite Support/Resistance-Niveaus, weil sie an eine spezifische aggressive Bewegung verankert sind. Je schärfer der Abgang aus der Zone, desto wahrscheinlicher bleiben unerfüllte institutionelle Orders dort. Das gibt Ihnen einen vordefinierten Bereich zu beobachten, anstatt willkürliche horizontale Linien zu zeichnen.
Häufiger Fehler
Zonen von jedem Niveau zu zeichnen, bei dem ein Abprall stattgefunden hat. Eine gültige Angebots- oder Nachfragezone erfordert eine aggressive Abgangsbewegung – der Preis verlässt die Zone scharf. Wenn der Preis langsam wegglitt, enthält die Zone wahrscheinlich keine signifikanten unerfüllten Orders. Die Qualität des Abgangs trennt eine echte Zone vom Rauschen.
Beispiel
USD/JPY konsolidiert zwei Tage bei 149,80–150,00, bricht dann in einer einzigen Session auf 151,50 nach oben aus. Die Zone 149,80–150,00 ist jetzt eine Nachfragezone. Wenn der Preis später auf 149,90 zurückfällt, erwarten Händler, dass das Kaufen aus dieser Zone wieder aufgenommen wird.
Stoische Erkenntnis
Musonius Rufus, der 'Römische Sokrates', lehrte, dass Praxis wichtiger ist als Theorie. Die Identifizierung gültiger Angebots- und Nachfragezonen ist eine Chart-Fähigkeit, die durch Wiederholung aufgebaut wird, keine Idee, die aus einer einzelnen Definition verstanden wird.
Verwandte Begriffe
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